Wildnis aus Menschenhand

Über die Reihe:


Weite Teile Europas gehören zu den dicht besiedeltsten Regionen der Erde. Für die Natur ist hier oft kein Platz. Tausende Tier- und Pflanzenarten werden seit Jahrzehnten immer seltener oder sterben aus. Hauptgrund: Der Mangel an Lebensraum und zu häufige menschliche Störungen an Brut- und Futterplätzen. Immer seltener werden ungestörte, großräumige Flächen. Doch mitunter entstehen sie gerade dort, wo der Mensch Jahrzehnte lang einer speziellen Nutzung nachgeht, so etwa in großen Bergbaugebieten oder auf Truppenübungsplätzen. Manche dieser unwirtlich scheinenden Plätze machen nach der Nutzung durch den Menschen "Karriere" als besondere Schutz- gebiete, werden hochwertige Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate und sogar Nationalparks.

All diesen Lebensräumen ist eines gemeinsam: Sie werden zwar intensiv vom Menschen genutzt, gleichzeitig aber schließt der nutzende Mensch die Öffentlichkeit weitgehend aus. Für viele, oft sogar besonders bedrohte Tiere und Pflanzen liegt genau hierin die Chance, die sie anderswo in unserer Kulturlandschaft nicht mehr finden. An Maschinen und arbeitende Menschen gewöhnen sie sich, lernen, dass diese keine Bedrohung für sie darstellen.

Bergbaulandschaften, Truppenübungsplätze wie auch Flugplätze, Steinbrüche, Werften etc. beherbergen eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren, die in der übrigen Kulturlandschaft keinen Lebensraum mehr finden. Der harte Kontrast zwischen hoher Technisierung, ihrer bildlichen Abstraktion und Architektur auf der einen und den dort lebenden Tieren auf der anderen Seite macht den besonderen filmerischen Reiz solcher Lebensräume aus.

Die 7-teilige Dokumentationsreihe beinhaltet fünf fertig gestellte Filme und wird bis zum Ende 2009 um zwei weitere Einblicke in die "Wildnis aus Menschenhand" erweitert.

Eine Koproduktion mit corvus Film in Zusammenarbeit mit arte, dem Hessischen Rundfunk und dem Mitteldeutschen Rundfunk.

D - 2008 - 5 * 52 min / 5 * 45 min