Wenn die Bagger fort sind. Vom Kohlerevier zum Naturparadies
Große Braunkohlereviere mit gigantischen Baggern und tief klaffenden Landschaftswunden sind
weithin bekannt. Beispiele gibt es aus ganz Europa, von Polen über Deutschland bis England
und Frankreich. Durch den Abbau entstanden völlig neue Landschaftstypen, die durch ein eigenes
und charakteristisches Relief, teilweise bizarr anmutende Oberflächenformen und das Fehlen
menschlicher Nutzungen geprägt sind. Ökologisch sind viele von ihnen einzigartig: Der
Abbau hinterließ einmalige Lebensräume mit einem hohem Naturschutzwert und immensen
Entwicklungs- potentialen. Riesige von kleinen Straßen oder Siedlungen zerschnittene
Flächen mit nährstoffarmen Offenflächen, Inseln, Flachwasserzonen und weiteren wertvollen
Sekundärlebensräumen bieten zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
Das Spektrum reicht von lebensfeindlichen offenen Rohböden bis hin zu Vorwäldern, aus denen
eines Tages naturnahe Wälder werden. In manchen Regionen wie der Niederlausitz erhielt eine
ehemals seenarme Landschaft mit der Vielzahl zukünftiger Restseen ein völlig neues Gesicht.
Oft werden diese Gebiete als Mondlandschaften bezeichnet. Doch dieser Eindruck trügt.
Auf den Freiflächen herrscht zwar ein äußerst lebensfeindliches Milieu, doch einige
Spezialisten können ihm trotzen. Allerorten sind Pionierpflanzen auf dem Vormarsch.
Die Natur hat die frei gewordenen Flächen längst im Visier.