Zivilisierte Wildnis

Leben zwischen den Elbdeichen


Die Elbe vor Jahrhunderten: Mächtige Auerochsen ziehen durch die gebüschreichen Wälder der Flussaue und über ihre weiten Marschwiesen. Eine für den dicht besiedelten Kontinent einmalige Landschaft erstreckt sich von den Mittelgebirgen bis an die Küste. Doch mit der Ankunft der ersten Bauern beginnt ein erbitterter Kampf zwischen Mensch und Fluss: Die alten knorrigen Eichen müssen dem Weideland für Kühe und Pferde weichen, die bis dahin undurchdringlichen Auwälder verschwinden. Weite Feuchtwiesen entstehen entlang des Flusses. Deiche dämmen das Überflutungsgebiet der Elbe immer mehr ein, sollen Höfe und Felder der Bauern schützen. Ein Jahrhunderte währender Kampf zwischen Mensch und Fluss beginnt.

Heute, da der scheinbare Sieg des Menschen über den Fluss durch immer stärkere Hochwasser in Frage gestellt wird, beginnt sich das Schicksal der Elbe erneut zu wenden: Die Wildnis der Elbe soll zurückkehren, in die eigene, urwüchsige Vergangenheit. Der Film begegnet Menschen entlang des Flusses, die einen Weg suchen, der Flussaue ein Stück ihrer ursprünglichen Vielfalt zurück zu geben. Sie bepflanzen die fast völlig verschwundene Auenlandschaft neu, verlegen Deiche und beweiden mit uralten Haustierrassen die Feuchtwiesen. So soll die Natur, sollen vertriebene Tier- und Pflanzenarten ihren Weg zurück an die Elbe finden.

Die wechselvolle Geschichte des Konfliktes zwischen Mensch und Fluss ist Teil einer filmischen Reise durch die gegenwärtige Wildnis der Elbe. Der Film folgt dem Wandel der Elbaue durch ihre unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Er spürt die letzten Auwälder des Flusses auf, taucht in den faszinierenden Mikrokosmos einer Feuchtwiese ein, entdeckt die verschiedenen Lebenswelten von Sandufer und Deichvorland und erzählt nicht zuletzt von der Rückkehr der Auerochsen und Przewalskipferde.